
Eine historische Ansicht der Stadt Moosburg mit der damals noch floßbefahrenen Isar.
Von links sind die Michaelskirche, die Stadtmauer mit ihren Toren, die ehemalige Grafenburg (Schloß Thurn), die Kirchen St. Johannes und St. Kastulus sowie die Isarbrücke zu erkennen
(von Carl August Lebschée, 1871, nach Hans Donauers Fresko im Antiquarium der Münchner Residenz, um 1588-96).
Die Moosburger Altstadt und ihr zentraler Platz "auf dem Plan" werden noch heute von der Johanneskirche und vom Kastulusmünster dominiert. Beide Bauwerke stammen aus romanischer und spätgotischer Zeit.
Die mit Blendbögen verzierten Türme der Johanneskirche und des Kastulusmünsters vom Stadtplatz aus gesehen. Der Johannesturm (links) mit seiner Türmerstube über dem Glockengeschoß diente auch als Stadtturm. Im davor gelegenen Sparkassengebäde war von 1802 bis 1928 das Rentamt untergebracht.
Im 1468 erbauten spätgotischen Chor des Kastulusmünsters erhebt sich seit 1514 ein Hauptwerk des Landshuter Bildhauers Hans Leinberger: der geschnitzte Hochaltar mit Figuren der Madonna und der Heiligen Kastulus, Heinrich, Johannes des Täufers und Johannes des Evangelisten. Die Seitenflügel des Schreinaltars hängen heute an den seitlichen Chorwänden.
Zu der ab 1403 gebauten Stadtmauer gehörte auch das Landshuter oder Isartor, das diese historische Aufnahme zeigt. Wie zuvor bereits das Münchner und das Ampertor wurde es 1899 dem zunehmenden Verkehr geopfert. Erhaltene und rekonstruierte Reste der Moosburger Befestigung sind noch am Stadtgraben und am Krankenhausweg zu sehen. Den weiteren Verlauf markieren Grabensepperlweg und Poststraße.
Das Moosburger Rathaus wurde zuerst 1412 erwähnt und in der Feuersbrunst von 1702 zerstört. Die Zeichnung zeigt den zweigeschoßigen barocken Neubau des Jahres 1718 - mit hohem Walmdach und schmuckem Dachreiter - der allerdings 1865 wieder abbrannte.
Unmittelbar nach dem Stadtbrand von 1865 wurde das Rathaus im neugotischen Stil eines italienischen Palazzo wiedererrichtet. Rechts erhebt sich die Mariensäule aus dem Jahr 1890. Ihre barocke Vorgängerin steht heute in Wartenberg.
Das Hölzlhaus in der Herrnstraße ist eines der wenigen Moosburger Beispiele für ein Wohnhaus des 18. Jahrhunderts. Seine pilastergeschmückte Fassade wird von einem geschweiften Barockgiebel bekrönt. In der Nische über dem Portal wacht eine Statue des Hl.Kastulus, denn das Haus gehörte früher den Chorherren der Moosburger Stiftskirche.
Im Jahr 1935 - während der Zeit des Nationalsozialismus - gab es in Moosburg Pläne, den Münsterplatz für politische Aufmärsche umzugestalten. Der Entwurf zeigt eine breite Freitreppe, die von der Leinbergerstraße zu zwei "Ehrentempeln" und einem "Gemeinschaftshaus" am Chor von St. Kastulus hinaufführen sollte. Das an den Münchner Königsplatz erinnernde Projekt wurde jedoch nie ausgeführt.
Der Stalag-Gedenkbrunnen wurde 1963 in der Neustadt zur Erinnerung an das Moosburger Kriegsgefangenenlager Stalag VII A errichtet. Sein Schöpfer, der französische Bildhauer Antoniucci Volti, war selbst Insasse des Lagers im Zweiten Weltkrieg. Die Brunnenreliefs stellen die Flüsse Seine, Loire, Garonne und Rhône dar.
Die Staatliche Realschule (vorne) und die Grundschule im Schulzentrum Süd ergänzen die Schulen im Moosburger Norden (Grund- und Hauptschule, Gymnasium). Weit im Hintergrund die drei mittelalterlichen Kirchen St. Michael, St. Johannes und St. Kastulus.
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