Moosburger Wappen

Moosburg a.d. Isar

Ein Blick
in die Geschichte
der Dreirosenstadt


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um 30000-8000 v. Chr. Altsteinzeitliche Klingenfunde in der Moosburger Umgebung.
um 5800-5000 v. Chr. Ausgegrabene Häuser am Ziegelberg belegen Siedlungen der bandkeramischen Kultur.
um 5000-3500 v. Chr. Jungsteinzeitliche Häuser in Alpersdorf bei Mauern.
um 4000 v. Chr. Jungsteinzeitliche Keramikfunde in Kirchamper und Murr.
um 1800-1200 v. Chr. Bronzezeitliche Hügelgräber auf dem Weißen Berg bei Asenkofen.
um 500-15 v. Chr. Zahlreiche Kultplätze (Viereckschanzen) bezeugen eine dichte keltische Besiedlung Bayerns während der Latènezeit.
um 15 v. Chr. - 476 n. Chr. Nach der Eroberung Süddeutschlands (Raetiens) durch die Römer entsteht eine keltoromanische Bevölkerung; Römerstraßen und einzelne römische Funde lassen sich auch auf Moosburger Gebiet nachweisen.
Die verkehrsgünstige Lage und der Ortsname "Moosburg" (Moos/Moor/Sumpf und Burg) verweisen vielleicht sogar auf ein Römerkastell (lat. "burgus"), das sich an der Münchener Straße nördlich der Michaelskirche befunden haben könnte.
um 500-788 Nach dem Verfall des Römerreiches wandert der Germanenstamm der Bajuwaren aus Böhmen ein. Die Sippe der Agilolfinger stellt die bayerischen Herzöge. 788 wird mit Herzog Tassilo III. der letzte Agilolfinger vom Frankenkönig Karl dem Großen abgesetzt.
769-71 Erste Erwähnung des Benediktinerklosters Moosburg, das vermutlich vom Herzogshaus oder vom Adelsgeschlecht Fagana gegründet wurde. Die Klostersiedlung "Mosabyrga" ist die Keimzelle der späteren Stadt Moosburg.
vor 809 Die Reliquien des Hl. Märtyrers Kastulus werden von Rom nach Moosburg überführt.
895 Die bisherige Reichskloster gelangt an das Bistum Freising.
nach 1027 Unter Kaiser Heinrich II. (Figur am Westportal des Münsters) und Bischof Egilbert von Freising wird das Kloster wird zum Chorherrenstift umgewandelt; die Moosburger Mönche ziehen nach Weihenstephan.
1171 Der Bayernherzog Heinrich der Löwe lädt zum Landtag nach Moosburg und legt vermutlich den Grundstein zum Bau einer neuen romanischen Stiftskirche, dem heutigen Kastulusmünster (Bild), das unter Bischof Adalbert von Freising (Figur am Westportal) errichtet wird.
1207 Ein Brand zerstört das Haus der Grafen von Moosburg und Teile des Münsters; Bau eines neuen Grafenschlosses (an der Stelle des heutigen Amtsgerichts).
1212 Das wiederhergestellte Kastulusmünster wird neu geweiht.
1281 Das Moosburger Grafengeschlecht erlischt; das Familienwappen mit den drei Rosen wird danach zum Moosburger Stadtwappen. Das heutige Wappen entspricht allerdings nicht genau dem historischen Vorbild, da es keine fünf- sondern sechsblättrige Rosen zeigt.
1313 In der Schlacht von Gammelsdorf kämpfen Moosburger auf der Seite Herzog Ludwigs von Bayern gegen die Österreicher.
1331 Erster herzoglicher Freiheitsbrief für die Stadt Moosburg; 1331 gilt heute als Jahr der Stadterhebung.
1354-60 Im Moosburger Chorherrenstift entsteht das Moosburger Graduale, eine mit Buchmalereien illustrierte Choralhandschrift, die heute in der Münchner Universitätsbibliothek aufbewahrt wird.
ab 1403 Bau der Stadtmauer (Bild); rekonstruierte Teile sind heute noch am Stadtgraben und am Krankenhausweg zu sehen.
1468 Herzog Ludwig der Reiche von Bayern-Landshut legt den Grundstein für den spätgotischen Chor des Kastulusmünsters (Bild), der vor 1475 ein Chorgestühl erhält.
1514 Im Chor des Münsters wird der Hochaltar des Landshuter Bildhauers Hans Leinberger aufgestellt (Bild).
1599 Das Moosburger Chorherrenstift wird an die Landshuter Martinskirche verlegt.
1632/34 Im Dreißigjährigen Krieg wird Moosburg von schwedischen Truppen besetzt.
1702 Ein Brand zerstört die Hälfte der Stadt.
1718 Der Grundstein für das barocke Rathaus wird gelegt (Bild).
1722 Verbrennung eines der Hexerei angeklagten Buben.
1748 Einrichtung der ersten Poststation im Gasthof Alte Post (1992 abgerissen und durch eine Wohnbebauung ersetzt).
1820 Errichtung einer Industrieschule (Vorgängerin der Landwirtschaftsschule).
1844 Gründung der Moosburger Liedertafel.
1858 Eröffnung der Eisenbahnstrecke München - Landshut.
1862 Das erste landwirtschaftliche Bezirksfest wird gefeiert; diese Tradition setzt heute die "Moosburger Herbstschau" fort.
1865 Der große Stadtbrand zerstört 75 Häuser; Gründung der Freiwilligen Feuerwehr; Erstausgabe des "Moosburger Wochenblatts".
1866 Neubau des Rathauses im neugotischen Stil (Bild).
1867-99 Abbruch der drei mittelalterlichen Stadttore (Bild).
1884-86 Neugotische Ausstattung der in romanischer und spätgotischer Zeit erbauten Johanneskirche (Bild).
1903 Gründung des Gerstenbauverbandes.
1906 Gründung des Tonwerks Moosburg, des Vorläufers der heutigen Süd-Chemie.
1908 Beginn der Elektrifizierung durch den Bau des Kraftwerks Uppenborn; Gründung der Sanitätskolonne.
1909 Bau des Wasserturms.
1910 Errichtung der Alten Turnhalle auf dem Viehmarktplatz (1994 wegen Baufälligkeit abgerissen und durch eine Mehrzweckhalle ersetzt).
1912 Erstmalige Darbietung des Schäfflertanzes durch den Moosburger Turnverein; heute wird der Tanz alle fünf Jahre (zuletzt 1997) von der Sportgemeinschaft Moosburg aufgeführt.
1918 Die Deutsche Hanfbaugesellschaft pflanzt Hanf und Flachs zur Textilherstellung an (1996 werden illegale Hanffelder in den Isarauen gerodet).
1919-20 Bau des Amper-Isar-Überleitungs-Kanals.
1922 Gründung der Maschinenfabrik Steinbock.
1928 Erster Moosburger Faschingszug.
1933 Reichstagswahl: die NSDAP erhält in Moosburg 41 % der Stimmen (BVP 33 %, SPD 5 %).
1933-34 Bau der Knabenschule an der Münchener Straße (heute Grundschule Süd: Bild).
1935 Pläne zur Errichtung von nationalsozialistischen "Ehrentempeln" am Münsterchor (nicht ausgeführt; Bild).
1937 Gründung des Heimatmuseums (seit 1975 am Kastulusplatz).
1938 Errichtung des Freischwimmbades in der Bonau; Gründung des elektrotechnischen Werkes Driescher.
1939 Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wird das Stammlager (Stalag) VII A eingerichtet, in dem bei Kriegsende 80000 Kriegsgefangene untergebracht sind.
1945 Amerikanische Truppen besetzen Moosburg und befreien die Kriegsgefangenen; das Stalag VII A dient bis 1948 als Internierungslager ("Central Internment Camp No. 6") mit bis zu 12000 Gefangenen.
1946 Gründung des Normstahl-Werks.
1947-72 Die Johanneskirche dient als Gottesdienstraum für die Evangelische Gemeinde.
ab 1948 Ansiedlung von Heimatvertriebenen und Aufbau von Handwerks-, Gewerbebetrieben auf dem ehemaligen Stalag-Gelände; Entstehung der Moosburger Neustadt.
1948 Im Rathaus wird die Volksbücherei eröffnet (als Stadtbücherei seit 1975 im ehemaligen Feuerwehrhaus).
1949 Neugestaltung des Kriegsgefangenen-Friedhofs in Oberreit (1982 Aufstellung eines Gedenkkreuzes).
1950 Das neue Wasserwerk wird in Betrieb genommen; die Piuskirche wird geweiht; das Kolpingheim wird fertiggestellt.
1957 Errichtung der Realschule (Bild).
1958 Das Totenmahnmal der Heimatvertriebenen wird enthüllt.
1960 Einrichtung der Landwirtschafts- und Hauswirtschaftsschule.
1962 Der Fliegerclub nimmt den Flugbetrieb auf der Kippe auf.
1963 Enthüllung des Stalag-Gedenkbrunnens von Antoniucci Volti (Bild).
1965 Die Stadt erhält den heutigen Namen "Moosburg a.d. Isar"; Eröffnung der Umgehungsstraße (B 11).
1966 Bau der Stadthalle und der Schwimmhalle.
1967-69 Bau der Grund- und Hauptschule an der Albinstraße.
1968 Patenschaft für ehemalige Bürger aus Königsberg a.d. Eger / Kynšperk (Tschechische Republik).
1969 Bau des Kreisaltenheims "Friedel" (1997 von der Arbeiterwohlfahrt übernommen).
1971-79 Durch die Gebietsreform kommen die Gemeinden Thonstetten (1971), Niederambach (1976), Pfrombach, die Siedlung Uppenbornstraße (1978) und die Einöde Murr (1979) zu Moosburg, das sein Stadtgebiet dadurch verdreifacht.
1973/74 Patenschaft für ehemalige Bürger aus Hodschag / Odzaci (Serbien); Städtepartnerschaft mit Bry-sur-Marne (Frankreich).
1976 Bau des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums.
1977 Erstes Moosburger Altstadtfest.
1978 Gründung des Heimatvereins Moosburg.
1979 Der Stadtrat beschließt den Bau einer Westumgehungsstraße, einer Bahnunterführung an der BayWa und des Gewerbegebiets "Degernpoint"; die Projekte sind bisher nicht verwirklicht.
1980 Bebauungsplan für das Wohngebiet "Feldkirchner Au".
1981 Bebauungsplan für das Wohngebiet "Am Mühlbachbogen"; eine zu dichte Bauweise, fehlende Einkaufsmöglichkeiten und die mangelhafte Verkehrsanbindung schaffen in der Folgezeit Probleme. Städtepartnerschaft mit Rochester, Minnesota (USA).
1986 Gründung des Frauen- und Mütterzentrums "Kimm".
1987 Entscheidung zur Fertigstellung der Autobahn A 92 zwischen Freising und Moosburg.
1988 Eröffnung des Juliane-Maier-Hauses, eines Behindertenwohnheims der Lebenshilfe.
1991 Städtepartnerschaft mit Moosburg in Kärnten (Österreich); Bebauungsplan für das Gewerbegebiet "Degernpoint".
1992-94 Bau einer neuen Kläranlage im Bannwald.
1994/95 Der Stadtrat beschließt, den Zehentstadel der Evangelischen Kirche als Gemeindezentrum zur Verfügung zu stellen; das Vorhaben scheitert 1997 am Landeskirchenamt.
1995 Erste Wahl des Moosburger Jugendparlaments. Einweihung des Erweiterungsbaus für das Amtsgericht von Stefan Wenzl.
1995-97 Bau der Mehrzweckhalle auf dem Viehmarktplatz; Sanierung der Herrnstraße und des Weingrabens.
1996 Gründung des Jugendhilfevereins "Skate"; Schließung der städtischen Freibank; der Stadtrat lehnt die Einrichtung eines Geburtshauses ab; Moosburg erhält durch die Firma Wiesheu die erste Zapfstelle für Biodiesel in Oberbayern; Abriß des alten Wasserwerks auf dem Viehmarktplatz; Einrichtung einer Kfz-Zulassungsstelle.
1996-97 Bau des Seniorenwohnparks der Arbeiterwohlfahrt und des Kindergartens in Aich.
1997 Aus Kostengründen wird eine der beiden Stationen des Moosburger Krankenhauses geschlossen; Fertigstellung des Anneliese-Schweinberger-Hauses, des zweiten Behindertenwohnheims der Lebenshilfe; Bebauungsplan für das Wohngebiet "Oberes Gereuth"; mit Gründung des "Drei Rosen Bräu" in der ehemaligen Freibank hat Moosburg wieder eine eigene Brauerei.

Quellen und Anregungen zum Weiterlesen:

Hinweise oder Ergänzungen nehmen wir gerne entgegen.

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Zuletzt bearbeitet am 24.9.1997 von Werner Schwarz